Göttinger Kammerorchester
Göttinger Kammerorchester

Neujahrs-Kammerkonzert 2026

02. Februar 2026, 19:30 Uhr

Altes Rathaus, Göttingen

Neujahrskonzert eröffnet saniertes Rathaus mit Wiener Melodien

 

Nach erfolgreicher Schädlingsbekämpfung hat das Göttinger Alte Rathaus mit einem Neujahrskonzert des Kammerorchesters wieder eröffnet. Wiener Melodien von Vivaldi bis Strauss haben das Publikum begeistert. Doch ein Detail sorgte für Gesprächsstoff: Die verdoppelte Nutzungsgebühr des Rathauses.

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Göttingen. Der Gescheckte Nagekäfer war schuld: Im Januar war das Alte Rathaus gesperrt und es gab dort keine Kulturveranstaltungen. Das historische Gebäude war gesperrt, da mit giftigem Gas dem Schädling im Gebälk der Garaus gemacht wurde. Die Aktion war erfolgreich und verlief im Zeitplan. Aber wie weiht man einen Ort wieder ein, der zuvor mit giftigem Gas vernebelt wurde? Am besten mit fröhlicher Musik! Das „Neujahrs-Kammerkonzert“ des Göttinger Kammerorchesters eröffnete das Alte Rathaus am Montag wieder als beliebten Ort für Veranstaltungen.

„Es ist ein verspätetes Neujahrskonzert, da das Alte Rathaus ja im Januar gesperrt war.“ Mit diesen Worten begrüßt Johann-Sebastian Sommer die Gäste. Der künstlerische Leiter des Göttinger Kammerorchesters freut sich, dass viele Musikfans ins wiedereröffnete Gebäude gekommen waren. Hatten die Besucherinnen und Besucher Sorgen, dass noch Giftgas-Spuren vorhanden sind? Das Tageblatt hörte sich um. „Wir hatten uns vor dem Konzert darüber unterhalten“, berichtet ein Besucher, der mit seiner Begleitung gekommen war. „Wir scherzten, dass wir die Versuchskaninchen seien.“ Eine ältere Besucherin war ebenfalls informiert. „Ich wusste von der Schädlingsbekämpfung und ging davon aus, dass gut durchgelüftet wurde.“ Viele angesprochene Besucherinnen und Besucher wussten dagegen gar nicht, dass das Alte Rathaus wegen einer Schädlingsbekämpfung geschlossen war. Bei der Wiedereröffnung zeigt sich der Saal unverändert: die gewohnte Bestuhlung, die prächtigen Wandgemälde und die farbigen Holzbalken an der Decke – alles so wie immer. Auch Orchesterleiter Johann-Sebastian Sommer ist entspannt: „Von der Holzwurmbekämpfung haben wir noch nichts verspürt.“ Ihn bekümmert etwas anderes: „Verspürt haben wir dagegen die Erhöhung der Nutzungsgebühr für das Alte Rathaus um hundert Prozent.“

Perfekte Leichtigkeit

Verspürt haben wir dagegen die Erhöhung der Nutzungsgebühr für das Alte Rathaus um hundert Prozent.

Johann-Sebastian Sommer,

Orchesterleiter

Das Neujahrskonzert des Göttinger Kammerorchesters bringt die perfekte Leichtigkeit, um die Halle wieder als Kulturort zu eröffnen. An den Anfang des Abends stellte das Orchester Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Die neun Streicherinnen und Streicher beleben zusammen mit einer Cembalistin das vor eingängigen Themen nur so strotzende Werk mit viel Spielfreude. Solistin ist Natalie Scholz an der Violine, ansonsten 1. Konzertmeisterin beim Göttinger Symphonieorchester. Sie zeigt ihr musikalisches Einfühlungsvermögen in das Werk: Aufwühlend und dramatisch schafft sie Spannungsbögen, spielt atemberaubend schnelle Tonkaskaden und wird immer wieder feinfühlig und hochsensibel im Ausdruck. Das junge Ensemble um den Leiter und Cellisten Johann-Sebastian Sommer agiert geschlossen, nuancenreich zwischen leisen und dramatisch lauteren Passagen, und lotet so die unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Sätze aus.

Wiener Glücksseligkei

Der zweite Teil des Konzerts stand ganz in der vergnügten Tradition der Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker. Ein beschwingter „Entertainer“ von Scott Joplin wechselt mit dem Boccherini-Ohrwurm „Menuett A-Dur“ und dem brasilianischen Jobim-Hit „Garota de Ipanema“. Fast symphonisch vollen Klang bietet das Orchester bei Johannes Brahms „Ungarischen Tänzen“ Nr. 1 und 5. Typisch Neujahrskonzert: Der Walzer „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauss bringt dem Publikum endgültig Wiener Glückseligkeit. Bei Josef Strauss’ „Feuerfest-Polka“ hämmert Orchesterleiter Sommer höchstpersönlich die perkussiven Akzente auf die zwei Metallschienen.

Der Abend klingt aus mit Johann Schrammels „Wien bleibt Wien“ und einem beseelten Walzer von Brahms. Das gelungene Neujahrskonzert des Kammerorchesters war das ideale festliche Event für die Wiedereröffnung der Halle im Alten Rathaus – auch dank geballter Wiener Glücksgefühle.

GT/ET

 

Solistin:

 

Natalie Scholz

 

Vita

 

Natalia Scholz (geb. Kundirenko)  wurde 1983 in Kiew geboren und erhielt ihre erste musikalische Ausbildung im Fach Violine an der Musikschule ihrer Heimatstadt. Im Jahr 2000 begann sie an der Folkwang Hochschule für Musik der Stadt Essen ihr Studium und setzte es 2002 bei Prof. Zhislin in Würzburg fort. Bei zahlreichen Meisterkursen  u. a. bei Prof. Rainer Kussmaul und Prof. Victor Tretjakov vervollkommnete sie ihre musikalische Ausbildung. Ihre berufliche Laufbahn begann Natalia Scholz als Vorspielerin der 1. Violinen in der Bad Reichenhaller Philharmonie, in der Zeit von 2007 bis 2010 war sie Mitglied der Stuttgarter Philharmoniker (1.Violine). Seit Januar 2011 ist Natalia Scholz erste Konzertmeisterin beim Göttinger Symphonie Orchester.

Programm:

 

 

1.)    Antonio Vivaldi           -           Die vier Jahreszeiten                                                        

I.)                 Frühling

II.)               Sommer

III.)            Herbst

IV.)           Winter

 

                                      *   *   *   Pause   *   *   *

 

2.) Scott Joplin                                 The Entertainer                                                                        

3.) Johann Strauss                -           Rosen aus dem Süden                                                             

4,) L. Boccherinei                 -           Menuett A- Dur                                                                        

5.) Josef Strauss                    -           Feuerfest, Polka francaise                                                       

6.) Antonio Carlos Jobim    -           Garota de Ipanema                                                                  

7.) Johann u. Josef Strauss  -           Pizzikato Polka                                                                         

8.) Johannes Brahms            -           Ungarischer Tanz Nr. 1                                                            

9.) Johannes Brahms            -           Ungarischer Tanz Nr. 5                                                                                                          

Eintritt: 25,- Euro, ermäßigt (Schüler und Stud.): 15,- Euro

Eintrittskarten - Vorverkauf:

 

Kulturbüro Göttingen,

Tourist Information am Markt 9 in Göttingen

oder direkt über Reservix

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